Neue Pfarrerin in Kitzingen

Esther Zeiher; Photostudio Ina Brosch
Bald hat die Vakanz ein Ende und unsere Pfarrstelle Kitzingen III mit Hohenfeld wird wiederbesetzt! Zum 1.3. kommt Pfarrerin z.A. Esther Zeiher zu uns. Wir freuen uns schon sehr. Am 7.3. wird sie im Gottesdienst um 9.30 Uhr offiziell eingeführt und zum geistlichen Amt durch Regionalbischöfin Bornowski ordiniert. Wer mitfeiern möchte, melde sich bitte im Dekanat vorher an, da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist. Per Telefon unter 09321 8028 oder per Mail unter dekanat.kitzingen@elkb.de
 
Hier stellt sie sich Ihnen vor:
 

Als neue Pfarrerin im Viergespann der Kitzinger Pfarrteams grüße ich, Esther Zeiher, Sie an dieser Stelle zum ersten Mal und das sehr herzlich. Das Quartett ist somit wieder vollständig und zu zwei Herren gesellen sich nun zwei Damen.

„Man kann dem Leben nicht in die Karten schauen“, sagt man ja, wenn man vom Gang der Dinge immer wieder überrascht wird. Als Christin würde ich eher sagen: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber Gott allein lenkt seinen Schritt.“  (Sprüche 16,9) Und Gott lässt sich beim Lenken nicht in die Karten schauen. So jedenfalls habe ich es schon oft erlebt.

Ich bin im Erzgebirge in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen, in dem man betete: „Gott, zeig mir, wo du mich brauchst!“ Das ist ein ziemlich demütiges Gebet für mich, die ich eigentlich gern alles selbst in die Hand nehme. Und natürlich habe ich viele Entscheidungen meines Lebens selbst gefällt: ich ging nach dem Abitur auf Wanderschaft ein Jahr selbstversorgend zu Fuß durch Deutschland, erkundete geeignete Ausbildungsstätten und entschied mich dann für das Studium der Religionspädagogik in Moritzburg bei Dresden.

Danach begann ich die Erfahrungen meiner Wanderschaft in den „Ökumenischer Pilgerweg“ zu übersetzen. Das ist ein Weg durch Mitteldeutschland, der sich an einer alten Handelsstraße orientiert, der nun auf 460 Kilometer Länge mit der gelben Muschel ausgeschildert ist. Am Weg haben sich viele Herbergseltern bereit erklärt, Pilger für eine Nacht aufzunehmen. Das war eine Zeit, in der ich mich mit dem Willen Gottes eins fühlte, wenn das als Mensch überhaupt möglich ist.

Nach der Projektzeit wurde ich Jugendwartin (Dekanatsjugendreferentin) in Großenhain, einer recht entkirchlichten Gegend in Nordsachsen, aber das war genauso, wie ich es wollte. Ja, und ich habe aus freier Entscheidung Alexander zu meinem Mann gewählt. Und er mich zu seiner Frau.

Da er Musiker ist und bei den Würzburger Philharmonikern eine Anstellung als Konzertmeister bekam, mussten wir umziehen. Aus meiner Perspektive „in den Westen“, was ich niemals wollte, weil doch auch Menschen im Osten bleiben mussten. Ich war sicher, Gott hatte die Karten gerade neu gemischt und mir das falsche Blatt ausgeteilt.

Heute können wir uns nicht mehr vorstellen, hier wegzuziehen. Die Franken sind ein herzensgutes Volk und in Iphofen haben wir schon tiefe Wurzeln geschlagen. Die ersten beiden Jahre war ich vor allem für unsere Söhne Raphael und Kyrill da. Und dann ergab sich die Möglichkeit, im Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach evangelische Religion zu unterrichten. Seit zehn Jahren begleite ich nun schon Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg und konnte das Geistlichen Leben im Rahmen der Schulseesorge mitgestalten. Um diese Möglichkeit auch in der Oberstufe nutzen zu dürfen, begann ich die Ausbildung zur Pfarrverwalterin, die auch in den Pfarrberuf mündet.

Das hätte ich mir als Jugendliche niemals vorstellen können. Aber ich habe bis heute nicht aufgehört zu beten: „Gott, zeig mir, wo du mich brauchst!“ Und oft wendet Gott das Spiel des Lebens in eine Richtung, die man nicht für möglich gehalten hat. Als wolle er mehr Vertrauen von uns, mehr Hingabe in das Unverfügbare, mehr Glaube an seine behutsam lenkende Gegenwart.

Nun hat er mich als Pfarrerin nach Kitzingen geführt – ursprünglich hatte ich es zwar wieder anders geplant, aber mehr und mehr überlasse ich ihm das Spiel. Er weiß es dann doch besser. Ich freue mich auf die Begegnungen mit Ihnen und ahne, dass Gott für uns richtig entschieden hat.

(Foto: Photostudio Ina Brosch)