Aus der Landeskirche – Strukturveränderungen

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Bildrechte Evangelisch Lutherische Kirche in Bayern

In den nächsten Jahren stehen viele Veränderungen an. Angesichts weniger Finanzmittel und personeller Ressourcen verbunden mit rückläufigen Gemeindegliederzahlen müssen sich auch die kirchlichen Strukturen anpassen.

Die Landessynode hat in ihrer Herbsttagung 2025 beschlossen, dass zum 1.1.2027 ein neuer Kirchenkreis Franken in Kraft treten wird. Er umfasst das Gebiet der bisherigen Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Bayreuth und Nürnberg und wird von einem Tandem, d.h. zwei Regionalbischöf*innen geleitet werden. Dabei soll eine schwerpunktmäßig für den Norden (mit Sitz in Bayreuth) und eine/r für den Süden (mit Sitz in Ansbach) zuständig sein.

Die Dekanatsstruktur soll größer werden. In Unterfranken wird es in einigen Jahren nur noch drei große Dekanatsbezirke geben, jeweils geleitet von zwei Dekan*innen. Die Orientierung an den Landkreisgrenzen soll dabei leitend sein, weil wir als Kirche mit Einrichtungen und Ämtern auf Landkreisebene zu tun haben: Beratungsstellen, Schulbezirk, Notfallseelsorge, Kreisjugendring … Vereinfacht gesagt bedeutet es für uns, dass die Kirchengemeinden in den Landkreisen KT und WÜ inkl. Stadt WÜ dann einen neuen Dekanatsbezirk bilden.

Außerdem wurde der Rahmen für die kirchliche Arbeit beschlossen: Die Hauptamtlichen werden künftig nicht mehr wie bisher einzelnen Pfarreien zugeordnet, sondern „Regionalgemeinden“ (Arbeitstitel), das sind vereinfacht gesagt „Verbünde“ von Kirchengemeinden / Pfarreien und ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts. Kriterien für die Größe sind: Mindestens 8.500 Gemeindeglieder, mindestens 5 Hauptamtlichen-Stellen (multiprofessionelle Teams). Die Hauptamtlichen sollen von Verwaltungsaufgaben weitgehend entlastet werden.

Auch mit unseren Immobilien müssen wir uns beschäftigen: Wie viel Geld soll in „Steine“ hineinfließen und wieviel wollen wir in anderes investieren? Welche Gebäude lassen sich als Ertragsobjekte nutzen, welche brauchen wir für unser gemeindliches Leben und welche können wir getrost verkaufen?

Das alles ist noch Zukunftsmusik und wird erst sukzessive konkret werden. Als erster Schritt stehen in diesem Jahr in den Kirchenvorständen und im Dekanatsausschuss die Überlegungen an, wie bei uns – landkreisweit gedacht – eine sinnvolle Regionalgemeindestruktur aussehen kann, wo die künftigen Dekanatsgrenzen genau liegen und welche Immobilien wir brauchen.

„Kirche kreist nur noch um sich selbst“ werfen manche den kirchlichen Gremien vor. Ich kann das nicht bestätigen. Im Sinne einer „guten Haushalterschaft“ müssen wir verantwortlich mit Ressourcen umgehen. Strukturen erfüllen dann ihren Zweck, wenn sie den verlässlichen Rahmen dafür schaffen, dass kirchliches Leben unterstützt wird – auch bei weniger Hauptamtlichen und geringerer Finanzausstattung.

„Kreisen“ sollten wir bei all unserem Tun um Jesus Christus, den Auferstandenen. Auf seine Kraft vertrauen, seine Botschaft hörbar machen, andere stärken und auch unsere Seele immer wieder stärken lassen von der grenzenlosen Liebe Gottes, von der uns nichts trennen kann. Wenn wir das tun, muss uns um die Zukunft von Kirche nicht bange sein.

Kerstin Baderschneider, Dekanin

 


 

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